EIN JAHR MIT POSITIVEN ÜBERRASCHUNGEN

Das Geschäftsjahr 2016/17 sah anfangs nach einem mittelmäßigen Jahr für Mellby Gård AB aus, aber ein starkes zweites Halbjahr sorgt für gute Zahlen für das Jahr als Ganzes. Der Geschäftsführer Johan Andersson schaut zurück auf ein ereignisreiches Jahr, das viel Hoffnung für die Zukunft gibt. 

Der niedrige Ölpreis hinterlässt seine Spuren in der gesamten Weltwirtschaft. Eine von Mellby Gårds Tochterunternehmen, Roxtec, das Kabeldichtungen herstellt, wurde schwer getroffen, als die Ölunternehmen ihre Investitionen drosselten. Aber der Gewinneinbruch wird durch eine Anzahl Unternehmen im Konzern, die über den Erwartungen im zweiten Halbjahr blieben, kompensiert.

„Der Umsatz für unsere Tochter- und assoziierten Unternehmen ging hoch auf fast 6 Milliarden, der Zuwachs lag insgesamt bei 7 Prozent. Das Ergebnis (EBITDA) stieg mit etwas mehr als 100 Millionen auf etwa 1.276 Millionen. Die EBITDA-Marge landete damit bei 21 Prozent“, sagt Johan Andersson, Geschäftsführer der Mellby Gård AB.

Johan Andersson rechnet damit, dass das Ergebnis sich weiter verbessern wird im derzeitigen Geschäftsjahr, aber weist auch auf viele Unsicherheitsfaktoren hin.

„Wir leben in einer Zeit politischer Unsicherheit und künstlich niedriger Zinssätze, was der schwedischen Währung nicht ganz gerecht wird. Wir haben im Laufe des Jahres die Dienstleistungsunternehmen innerhalb des Konzerns gestärkt und es ist vor allem dort, dass ich denke, dass wir weiter wachsen werden“, sagt Johan Andersson.

Er weist unter anderem auf Cale Access AB hin, die sich von einem Hersteller für Parkautomaten zu einem Full-Service-
Anbieter innerhalb smarter Parklösungen mit mobilen Diensten entwickelt haben.

„Cale steigert den Gewinn, sie zeigen gutes Wachstum und haben ihre Position auf mehreren Märkten gestärkt. Nicht zuletzt in Asien hat man es geschafft, eine feste Stellung einzunehmen und Marktanteile zu gewinnen, dank des Fokus auf Nutzern und deren sich schnell ändernden Gewohnheiten“, sagt Johan Andersson.

Ein weiteres Unternehmen mit guten Ziffern ist Smart­eyes, die ihren Gewinn fast verdoppelt haben und weiterhin wachsen. In Schweden ist die Jagd nach Zuwachs ins Stocken geraten, aber Johan Andersson schließt die Etablierung neuer Geschäfte nicht aus.

„Zum ersten Mal zeigt das Unternehmen erfreuliche Zahlen in Deutschland und man hat auch den dänischen Markt erobert. Das Sortiment wurde erweitert, um besser den immer mehr variierenden Bedürfnissen der Kunden nachkommen zu können, aber die Einfachheit und Transparenz des Angebotes und der Preisgestaltung gibt es nach wie vor“, sagt Johan Andersson.

Unter den assoziierten Unternehmen hebt Johan Andersson KappAhl hervor, was ein Beispiel eines Unternehmens mit sehr guter Entwicklung ist.

„Sie haben ihre Gewinne gesteigert und nähern sich langsam zweistelligen Zahlen, wenn es um Rentabilität geht. Ein Erfolg im Laufe des Jahres ist die Kinderkollektion Newbie, die als eigenes Konzept in England lanciert wird“, erzählt Johan Andersson.

Aber es gibt auch Unternehmen im Konzern, die ein schweres Jahr hinter sich haben. Söderberg & Haak, die landwirtschaftliche und Baumaschinen verkaufen, hatten eine schrumpfenden Umsatz aufgrund der immer schwierigeren Bedingungen für Schwedens Bauern. Mit neuen Marken und einem neuen Geschäftsmodell hofft man, die Entwicklung in ein paar Jahren umdrehen zu können.   

„Wir sind in eine Teilhaberschaft eines großen Anteils unserer Vertragshändler eingegangen. Damit können wir Kosten senken und unsere Margen verbessern und gleichzeitig kommen wir näher an den Endkunden“, sagt Johan Andersson.   

Roxtec wurde, wie zuvor erwähnt, auch hart von den Krisen bei den Kunden getroffen. Ölplattformen, die lange Zeit eine wichtige Kundengruppe des weltweit führenden Unternehmens für Kabeldichtungen waren, fuhren ihre Investitionen herunter als eine natürliche Konsequenz des weiterhin niedrigen Ölpreises. Gleichzeitig stieg der Absatz in anderen Segmenten, was Hoffnung für künftig bessere Entwicklung gibt.

Ein Tochterunternehmen, dem es trotz herausfordernder Marktvoraussetzungen gelang, eine gute Rentabilität zu erhalten, ist Feralco, einer von Europas größter Hersteller für Wasserreinigungschemikalien.

Das Geschäftsjahr beinhaltete sogar Neuinvestitionen im Konzern und eine erweiterte Beteiligung in mehreren Unternehmen.

„Unsere große Neuinvestition ist das Ausbildungsunternehmen AcadeMedia, wo wir unsere Option ausgenutzt haben und unsere Beteiligung um 20 Prozent erhöht haben. Wir haben auch eine Neuemission gesichert und werden eventuell in diesem Zusammenhang unsere Beteiligung weiter erhöhen“, erzählt Johan Andersson.

Bildung ist ein Thema, das Johan Andersson sehr am Herzen liegt, nicht zuletzt die Vorschultätigkeiten.

„Gut aufgestellte Vorschultätigkeiten sind unerhört wichtig aus einer Gleichstellungsperspektive, es ist eine Voraussetzung dafür, dass beide Elternteile arbeiten gehen können. In Schweden haben wir im Grunde ein gutes System, bei dem die finanziellen Mittel der Eltern keine Rolle spielen, aber eine Beschränkung der Gewinne ist eine Gefahr für die Vielfalt und viele gut funktionierende Tätigkeiten“, sagt Johan Andersson.

AcadeMedia übernahm im April das deutsche Vorschulunternehmen Stepke. Damit hat AcadeMedia seine deutsche Aktivität expandiert mit zehn Vorschulen, wovon drei mobile Vorschulen sind. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden sogar fünf Vorschulen in Schweden und vier in Norwegen über­nommen.

Eine weitere Akquise im Laufe des Jahres ist die Bekleidungskette Dea Axelssons, die mit der Bekleidungskette Flash unter demselben Schirm mit einer gemeinsamen Verwaltung im Unternehmen Lund Fashion AB gestellt wurde.

„Die neue Konstellation funktioniert wunderbar. Wir haben die Kosten gesenkt und gleichzeitig an Fahrt in Sachen Absatz gewonnen“, sagt Johan Andersson.

Mellby Gård hat auch seine Anteile in der Leiharbeitsfirma StudentConsulting AB erhöht und besitzt nun 46,5 Prozent des Unternehmens. Die Firma hat guten Rückenwind und erweitert die Tätigkeiten im Bereich Rekrutierung und Vertretungs­management.

Ein weiterer Bereich, in dem Mellby Gård wächst, ist die Tätigkeit in der Bestattungsbranche, die im Laufe des Jahres den Namen zu Klarahill änderte.

„Wir haben einen festen Stand in Småland, Malmö und Stockholm und suchen weiterhin aktiv nach neuen Büros, die wir übernehmen können. All das dafür, um Synergieeffekte nutzen und das Angebot für die Kunden stärken zu können“, sagt Johan Andersson.

Zusammengenommen ist Johan Andersson sehr zufrieden mit dem vergangenen Jahr.

„Mit großer Befriedigung sehe ich, wie gut sich unser Unternehmen generell entwickelt und die Zukunft sieht nach wie vor glänzend aus!“

Johan Andersson

Geschäftsführer Mellby Gård AB

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